WEIHE

Der Botendienst des Glaubens

 

Priester zu sein ist kein Job. Priester sein heißt: Diener sein. Schon die Diakonenweihe drückt dies aus: Du bist "diakonós", Diener, "doulós", Sklave. Nicht "Herr" und "Meister". Auch ein Priester bleibt Diakon und wäscht die Füße, beugt sich nieder.

 

Bei der Priesterweihe wird dir Gehorsam abverlangt, dem Bischof "und seinen Nachfolgern". Du versprichst ein Mann des Gebetes zu sein, den Armen beizustehen, die Eucharistie zu feiern, Kranke zu besuchen und zum Aufbau der Gemeinde beizutragen. Du versprichst auch, die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen zu leben - mit all den Herausforderungen...

 

Wenn du auf dem Boden liegst (während der Allerheiligenlitanei - siehe Foto) geht dir manches durch den Kopf. Wer bin ich? Was tue ich hier? Kann ich das wirklich ein Leben lang? Was kommt auf mich zu? Werde ich all das schaffen, was ich verspreche? Gut, dass keiner es weißt, wie das Leben verläuft.

 

Doch dann sagt dir der Bischof einen entscheidenden Satz, den man nicht vergisst: "Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes!" Das Leben als Diakon, Priester oder Bischof steht ganz und gar unter dem Geheimnis des Kreuzes. Egal, was da kommen mag! Manchmal muss man sein eigenes Kreuz als Priester tragen, spürt die Last des Evangeliums als Bischof auf dem Nacken, so wie es die Bischofsweihe wunderbar zum Ausdruck bringt. Manchmal dienst du den Schwächsten wie ein Diakon, der den Botendienst des Glaubens vollzieht.

 

Der Bischof salbt die Hände mit dem Heiligen Chrisam-Öl. Damit kommt zum Ausdruck, dass es ein Heiliger Dienst ist, den der Priester vollzieht. Er hält die kostbarsten Gaben in seinen Händen und hat die Vollmacht, sie aus dem Geist Jesu Christi heraus zu wandeln, zu Leib und Blut des Herrn. Aus sich heraus vermag er nichts, aber durch Gott vermag er alles. Das ist Gnade. (pj)