TRAUUNG

Der Lebensbund des Glaubens

 

Mann und Frau betreten gemeinsam die Kirche, gehen den Mittelgang zum Altar. Dieser kurze Weg ist Ausdruck des gesamten Lebensweges, den sie im Gottvertrauen und im gegenseitigen Vertrauen gestalten möchten. So sieht es die Liturgie der Kirche vor.

 

Mann und Frau spenden einander das Sakrament der Ehe. Der Priester (oder Diakon) assistiert nur. Er bezeugt diesen Bund, den die beiden vor Gott schließen. Diese Funktion haben auch die Trauzeugen (Beistand).

 

Bei der Ringübergabe kommt es weniger auf den Ring an, sondern auf das, was gesagt wird. In diesen Worten ereignet sich der Bund, wird das Ehe-Versprechen ausgesprochen: "(Name), vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau / meinen Mann. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens. Trag diesen Ring als Zeichen unsrer Liebe und Treue: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Keiner nimmt den anderen in seinen Besitz, sondern es heißt: "Ich nehme dich an..."  - sich gegenseitig anzunehmen, heißt auch, sich zu tragen und zu ertragen, eben in guten und weniger guten Zeiten. Dieser Bund soll für immer sein, denn: "Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen." (Mk 10,9)

 

Die Ehe ist im katholischen Rechtsverständnis unauflöslich. Sie dient dem Wohl der beiden Ehepartner und der Zeugung von Nachkommenschaft. Deshalb kann eine Ehe auch nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden. Gleichgeschlechtliche "Ehen" kann es nach katholischer Überzeugung nicht geben, was aber keine Diskriminierung bedeutet, sondern eben auch mit der Zeugung der Nachkommenschaft als einem "Ehezweck" zu tun hat. Sehr wohl ist jeder Mensch in seiner Liebe zu einem anderen Menschen - auch in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft - von Gott gesegnet. Doch die Ehe ragt aus diesen Beziehungen als das Spiegelbild des Bundes zwischen Gott und Mensch besonders hervor. (pj)