TAUFE

Das Wasserzeichen des Glaubens

 

Die christliche Taufe bildet mit Eucharistie und Firmung den Anfang des christlichen Lebens (Initiation). In den ersten Jahrhunderten der Kirche wurden Erwachsene in die Kirche aufgenommen, alle drei Sakramente ereigneten sich in einer Feier, meist in der Osternacht.

 

Die Taufe ist das Wasserzeichen des Glaubens. Im Namen des dreifaltigen Gottes - des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes - wird der Säugling, das Kind oder auch ein Erwachsener getauft (vgl. Mt 28,19).

 

Die Taufe hinterlässt ein "Merkmal", das unauslöschbar ist. Es ist wie eine Gravur in einem Pokal. Damit gehören wir zu Jesus Christus. Während heute dreimal das Wasser über den Kopf des Täuflings gegossen wird, tauchte im Frühchristentum der ganze Mensch dreimal ins Wasser unter. Er wurde auf den Tod hinabgetaucht und tauchte als neuer Mensch wieder auf (vgl. Röm 6,3).

 

In der Taufe bittet der Taufspender darum, dass der Getaufte verschont bleiben möge von allem Bösen, vor allem von der Wirkmacht des Bösen, den die Hl. Schrift den "Satanas", den "Durcheinanderwerfer" nennt. Er stiftet Unfriede, Unruhe, Streit, Terror und Krieg. Der Satan hat auf diesem Planeten viele "Baustellen" - in der Taufe widersagen die Eltern oder der erwachsene Taufkandidat diesen Kräften und spricht sein Glaubensbekenntnis zum dreifaltigen Gott. In der Chrisamsalbung, wenn mit Chrisamöl (manchmal mit etwas Duftöl von Rosen), wird der Getaufte zum Priester, König und Propheten gesalbt. Das ist seine Würde vor Gott. Die kann ihm niemand mehr nehmen. Äußerlich kleidet er sich daher nach der Taufe mit der Albe an, d.h. mit dem weißen Taufkleid - er hat Christus, den neuen Menschen angezogen (Röm 13,14).

 

Das Entzünden der Taufkerze an der Osterkerze verweist wiederum auf Jesus Christus, der das Licht der Welt ist (Joh 8,12). Dieses Licht wird Eltern wie Paten bzw. dem erwachsenen Getauften mitgegeben - als Erinnerung, dass ER auch in den Dunkelheiten des Lebens leuchten möge. Der Pate selbst ist "Bürge" des Glaubens. In der Frühen Kirche begleitete er den Taufkandidaten bis zur Taufe. Heute dient dieses spirituelle Amt der Kirche dazu, dass der Getaufte ab der Taufe bis ins Erwachsenenalter einen Glaubenszeugen zur Orientierung an seiner Seite weiß.

 

Die Taufe ist das Wasserzeichen unseres Glaubens. Wie auf einem Blatt Papier ist es fast unsichtbar und doch gegenwärtig. Es verändert den Menschen, gibt ihm Würde und Auftrag. Wir sollen uns als Christen im Lebensalltag bewähren. (pj)