KRANKENSALBUNG

Das Liebeszeichen des Glaubens

 

Gott ist ein zärtlicher Gott. Er wendet sich dem Menschen zu, vor allem, wenn der Mensch krank ist und der Heilung bedarf. "Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken" (Mt 9,12) - so begründet Jesus seine ausdrückliche Zuwendung zu allen, die physisch oder psychisch kank sind. Die Menschen kommen zu ihm, sie bringen die Kranken zu ihm und wollen einfach nur den Saum seines Gewandes berühren (Mt 14,36), denn von ihm ging eine Kraft aus. Und er heilte ALLE (Mt 4,24).

 

Die frühe christliche Gemeinde sieht sich dieser Aufgabe verpflichtet. Im Jakobusbrief wird die Sorge um die Kranken zur Institution: "Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen. Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten." (Jak 5,13-16). Die Salbung der Hände und der Stirn mit Krankenöl ist daher ein Liebeszeichen des Glaubens. 

 

Im Ritual der Krankensalbung heißt es deshalb: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf."

 

Manchmal sprechen Christen noch hier und da von der "letzten Ölung". Aber dieser Begriff ist nicht nur veraltet, sondern er ist auch falsch. Es geht nicht um ein "letztes" Sakrament! Die Krankensalbung ist zu jeder Zeit in unserem Leben möglich. Stärkung und Mutmachung bei unseren Kränkungen und Erkrankungen. Darum geht es! (pj)