EUCHARISTIE

Das Festmahl des Glaubens

 

"Tut dies zu meinem Gedächtnis!" (1 Kor 11,24) - mit diesen Worten hat uns Jesus Christus sein Erbe und einen Auftrag hinterlassen. Das Mahl, das er mit seinen Jüngern gefeiert hat, ist mehr als das traditionelle jüdische Pessach- oder Sättigungsmahl.

 

Gewiss, der Auszug in die Freiheit, der Exodus seines Volkes, lebt als bleibende Erinnerung hinter dem Mahl, bei dem Fladenbrot zerrissen und Wein getrunken wird, der mit seiner rötlichen Farbe an das Blutvergießen der Lämmer erinnern soll.

 

 

Doch Jesus wählt diese Zeichen aus und deutet sie neu. Mein Leib, mein Blut für euch! Brot und Wein werden Zeichen seiner beibenden Gegenwart für die Kirche. Den ältesten Abendmahlsbericht finden wir übrigens nicht in den Evangelien, sondern bei Paulus. Er berichtet: "Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt" (1 Kor 11, 23-29)

 

In Brot und Wein ist Jesus Christus ganz und gar gegenwärtig. Es ist sein Leib und sein Blut. Die katholische Kirche lehrt daher die Realpräsenz in den Gestalten von Brot und Wein. Es sind nicht einfach Symbole, sondern Zeichen seiner Gegenwart. Daher wird auch das konsekrierte Brot (Hostien) im Tabernakel ("Zelt"), einem eigenen Ort aufbewahrt. Das Konzil von Trient (1545-1563) hält in der Lehre über die Eucharistie fest: "Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung genannt." (DH 1642)

 

Im Brotbrechen sagt die Kirche Dank für seine Hingabe bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,8). An jedem Sonntag feiern wir das Geheimnis des Glaubens: Wir verkünden seinen Tod, wir preisen seine Auferstehung und erwarten ihn, den Messais, bis er kommt in Herrlichkeit. Das Festmahl des Glaubens ist die Verlebendigung der Erinnerung an das Mahl, das Jesus gefeiert hat. Es ist das Mahl der Sünder, der Ausgestoßenen, derer, die am Rand stehen, der Zöllner und Dirnen.

 

Doch Jesus setzt neben der Stiftung (Einsetzung) des Abendmahles noch ein anderes Zeichen. Beim Evangelisten Johannes wird uns neben der Mahlfeier auch die Fußwaschung überliefert, die lange Zeit im Mittelalter auch als eigenes Sakrament betrachtet wurde. Johannes berschreibt es so: "Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war." (Joh 13,2-5) Bis heute gehört dieses Ritual am Hohen Donnerstag (Gründonnerstag) zum festen Bestand der Liturgie. Papst Franziskus hat eine lange Tradition der Kirche geweitet, als er 2016 erlaubte, dass diese Handlung an Frauen wie Männern geschehen darf. Bisher galt, dass der Papst nur Priestern, in den übrigen Gemeinden nur Männern die Füße waschen durfte.

 

Danksagung heißt "Eucharistie" - wir sagen Dank für sein Leben und halten unser Leben hin, damit er es durch die Kraft des Heiligen Geistes verwandeln kann. Es ist ein "Opfer", das lebendig gehalten wird seit rund 2000 Jahren. Er ist gegenwärtig, ganz und gar, real, greifbar, schmeckbar. Häufig nennt man die Eucharistiefeier auch "Heilige Messe". Es hat damit zu tun, dass es am Ende des Gottesdienstes im Lateinischen heißt: "Ite missa est!" - "Geht hin, das ist die Sendung!" Wir sind gesandt hinauszugehen und Gottes Liebe zu verkünden unter allen Menschen, so wie er es uns aufgetragen hat: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,19f).  (pj)