Hl. Andreas, Apostel

Fest am 30. November

 

Der Überlieferung nach könnte er in Bethsaida oder Kafarnaum geboren sein, er gilt als Märtyrer, war möglicherweise Bischof von Patras und man vermutet, dass er am 30. November des Jahres 60 nC den Märtyrertod erlitt, wohl an einem X-Kreuz, weshalb bis heute das „Andreaskreuz“ an Bahnübergängen nach ihm benannt ist.

"Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer (Mk 1,16) Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes' des Täufers (Joh 1,35-40). Nach Pfingsten bildete er möglicherweise mit seinem Bruder Petrus ein Missionspaar. Die Legende lässt Andreas dann das Evangelium in Pontus und Bithynien südlich des Schwarzen Meers in Kleinasien, in Thrakien, in Epirus und in der Achaia in Griechenland sowie in den Donauländern verkündigen. In Mirmidonia - möglicherweise in Thessalien gelegen - befreite er demnach den gefangenen Matthias und gab dem Geblendeten das Augenlicht wieder. Zahlreiche weitere Wunder, Heilungen und Erweckungen werden berichtet. Schließlich hielt er sich in der Achaia auf, baute Kirchen und bewirkte zahlreiche Bekehrungen. Spätere orientalische Überlieferung nennt auch Kurdistan und Armenien als sein Missionsgebiet, die Kirche von Georgien gedenkt seiner Ankunft und Missionsarbeit in ihrem Land.

In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung Maximilla, die Frau des Statthalters Ägeas, und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr eheliche Enthaltsamkeit; daraufhin dem Statthalter gegenüber gestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk, himmlisches Licht verhüllte den Sterbenden. Ägeas verhöhnte ihn, wurde daraufhin mit Wahnsinn geschlagen und starb, ehe er sein Haus wieder erreichte. Maximilla ließ Andreas mit großen Ehren bestatten.

Die einst umfangreichen Andreasakten aus dem späten 2. Jahrhundert sind heute nur noch in geringen Resten vorhanden; aus ihnen ergab sich die Legendenbildung. Sie berichten von seiner Missionsarbeit im Stile einer christlichen Odyssee. Die "Acta Andreae et Matthiae apud anthropophagos", "Andreas und Matthias unter den Menschenfressern", die einst wohl Teil der Andreasakten waren, schildern die Abenteuer der beiden bei den Kannibalen, die Andreas demnach in sieben Tagen bekehrte. In Anlehnung daran entstanden in Ägypten die "Acta Andreae et Bartholomaei", die die Bekehrung des Kynokephalos berichten, sowie die koptisch überlieferten "Acta Andreae et Philemonis", welche von der Wiedererweckung eines getöteten Kindes erzählen.

Andreas' Gebeine wurden 357 von Patras in die Apostelkirche in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - gebracht. Sie genießen eine große Verehrung und haben für die Ostkirche eine solche Bedeutung wie Petrus und Paulus für Rom. Einige Reliquien wurden dort vom vom Kardinal von Amalfi, Petrus von Capua, entwendet und in seine Stadt überführt, wo sie seit dem 8. Mai 1208 in der Krypta des Domes S. Andrea aufbewahrt sind. Dort sondern sie das "Manna des heiligen Andreas" ab, eine flüssige, etwas klebrige, bernsteinfarbige Substanz. Der Ausfluss ist unbeständig, er wird in einer Ampulle aufgefangen und jedes Jahr am 28. Januar, 26. Juni, 1., 21. und 29. November sowie 7. Dezember entnommen, um ihn den Kranken zu geben; auch aus Konstantinopel wurde schon von der heilkräftigen Flüssigkeit berichtet, die von den Reliquien des Hl. Andreas hervorquoll. Reliquien liegen auch in der Kirche St-Vincent in Carcassonne. Die Kopfreliquie, die 1462 auf der Flucht vor den Türken in den Petersdom nach Rom gebracht und 1964 wieder nach Patras zurückgegeben wurde, wird in ihrer Echtheit angezweifelt." (Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon)

Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer (Markusevangelium 1, 16); er stammte aus Bethsaida - heute der Hügel Et-Tell bei Ad Dardara in Syrien - (Johannesevangelium 1, 14) oder aus Kafarnaum - - ein heute abgegangener Ort am See Gennesaret (Markusevangelium 1, 29). Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes' des Täufers (Johannesevangelium 1, 35 - 40). Im Kreise der zwölf Jünger wird er an unterschiedlichen Stellen in der Rangfolge genannt. Nach dem Markusevangelium (13, 3) gehörte er zu einem der nur vier Jünger, denen Jesus eine Rede über die Endzeit mitteilte. Bei der Speisung der 5000 nach dem Johannesevangelium wies er auf den Jungen mit den Broten und Fischen hin (6, 8f). Nach Johannesevangelium 12, 22 war er zusammen mit Philippus der Fürsprecher für Griechen, die Jesus sehen wollten; er scheint also über gute Griechischkenntnisse verfügt zu haben. Er war beim Abendmahl in Jerusalem, bei der Himmelfahrt und an Pfingsten anwesend, sonst wird er nicht besonders genannt
Apostel, Bischof von Patras (?), Märtyrer
* in Bethsaida, heute der Hügel Et-Tell bei Ad Dardara in Syrien,
oder in Kafarnaum, heute abgegangener Ort am See Gennesaret in Israel
† 30. November 60 (?) in Patras in Griechenland (?)
Apostel, Bischof von Patras (?), Märtyrer
* in Bethsaida, heute der Hügel Et-Tell bei Ad Dardara in Syrien,
oder in Kafarnaum, heute abgegangener Ort am See Gennesaret in Israel
† 30. November 60 (?) in Patras in Griechenland (?)

Hl. Maria Magdalena, Apostelin

 

Als "apostola apostolorum" wird sie bezeichnet: Maria von Magdala. Maria stammt wohl aus Magdala am See Gennesareth, dem heutigen Migdal in Israel. Nach der Überlieferung wird sie mit jener Maria in Zusammenhang gebracht, die sich Jesus als Jüngerin anschloss, nachdem dieser sie von „sieben Dämonen“ befreit hatte (Lk 8,2). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Mt 27,55f).

 

Maria war an der Kreuzabnahme Jesu zugegen und verharrte nach der Grablegung durch Joseph von Arimathaia weinend am Grab (Mt 27,61 und Joh 20,11) - auch dies eine in der Kunst oft wiederholte Darstellung. Am Morgen nach dem Sabbat ging sie zusammen mit zwei anderen Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die ersten Zeuginnen des leeren Grabes und der Botschaft des Engels: "Erschreckt nicht! Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden" (Mk 16,6) und erhielten den Auftrag, dieses den sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten (Mk 16,7).


Das Johannesevangelium schildert, dass Maria am Ostermorgen allein war, das Grab leer fand und Petrus sowie Johannes darüber berichtete (20,1-10). Dann kehrte sie zum Grab zurück und begegnete dem Auferstandenen (20,15-17): die traurig am Grab Weinende sah einen Mann, vermeintlich den Gärtner; nachdem er sie beim Namen genannt hatte, erkannte sie Jesus als Lebenden, durfte ihn aber nicht anfassen: "Berühre mich nicht" - "noli me tangere" - der Auferstandene ist nicht einfach fassbar.

Maria Magdalena war also nicht nur zu Lebzeiten die Frau mit besonderer Nähe zu Jesus - die Vermutung, dass eine erotische Beziehung zwischen ihr und Jesus bestanden habe, ist schon alt. Sie war - als Frau! - auch die erste, welche die das Christentum begründende Botschaft von der Auferstehung Christi erfuhr und dann zu verbreiten hatte. Über ihr weiteres Schicksal fehlen biblische oder andere zuverlässige Berichte. Wohl um 160 entstand das ihr zugeschriebene "Evangelium der Maria" mit Dialogen zwischen dem Auferstandenen und seinen Jüngerinnen und Jüngern mit Gedanken aus der Gnosis.

Als erste Botschafterin von Ostern wurde Maria von westlichen und östlichen Kirchenvätern wie Augustinus, Hippolyt von Rom oder Johannes „Chrysostomus” und Cyrill von Alexandria auch als "neue Eva" angesehen.

Marias sterbliche Überreste wurden der Überlieferung nach im 9. Jahrhundert in das Kloster in Vézelay überführt; dieses Kloster wurde ab dem 11. Jahrhundert zu einem Wallfahrtsort, besonders als Zwischenstation der Pilger auf der Wallfahrt zu Jakobus nach Santiago de Compostela. Heute ist die Basilika Sainte Madeleine ein Touristenzentrum.

 

Maria hat ihren Beinamen wohl nach ihrem Heimatort Magdala - dem heutigen Migdal in Israel. Maria schloss sich Jesus als Jüngerin an, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Lukasevangelium 8, 2) - der Jüngerkreis Jesu war größer als die bekannten zwölf Männer und umfasste auch Frauen, unter denen Maria offenbar eine besondere Stellung hatte, denn die Listen der Frauen im Neuen Testament werden stets von ihr angeführt. Maria sorgte - wie andere Frauen auch - insbesondere für Jesu Lebensunterhalt (Lukasevangelium 8, 3). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Matthäusevangelium 27, 55 - 56).

Maria hat ihren Beinamen wohl nach ihrem Heimatort Magdala - dem heutigen Migdal in Israel. Maria schloss sich Jesus als Jüngerin an, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Lukasevangelium 8, 2) - der Jüngerkreis Jesu war größer als die bekannten zwölf Männer und umfasste auch Frauen, unter denen Maria offenbar eine besondere Stellung hatte, denn die Listen der Frauen im Neuen Testament werden stets von ihr angeführt. Maria sorgte - wie andere Frauen auch - insbesondere für Jesu Lebensunterhalt (Lukasevangelium 8, 3). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Matthäusevangelium 27, 55 - 56).

Maria war an der Kreuzabnahme Jesu beteiligt und verharrte nach der Grablegung durch Joseph von Arimathaia weinend am Grab (Matthäusevangelium 27, 61; Johannesevangelium 20, 11) - auch dies eine in der Kunst oft wiederholte Darstellung. Sie ging dann am Morgen nach dem Sabbat zusammen mit zwei anderen Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die ersten Zeuginnen des leeren Grabes und der Botschaft des Engels: Erschrecket nicht! Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden (Markusevangelium 16, 6) und erhielten den Auftrag, dieses den sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten (Markusevangelium 16, 7).

Das Johannesevangelium schildert, dass Maria am Ostermorgen allein war, das Grab leer fand und Petrus sowie Johannes darüber berichtete (20, 1 - 10). Dann kehrte sie zum Grab zurück und begegnete dem Auferstandenen (20, 15 - 17): die traurig am Grab Weinende sah einen Mann, vermeintlich den Gärtner; nachdem er sie beim Namen genannt hatte, erkannte sie Jesus als Lebenden, durfte ihn aber nicht anfassen: Berühre mich nicht - noli me tangere - der Auferstandene ist nicht einfach fassbar.

Maria hat ihren Beinamen wohl nach ihrem Heimatort Magdala - dem heutigen Migdal in Israel. Maria schloss sich Jesus als Jüngerin an, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Lukasevangelium 8, 2) - der Jüngerkreis Jesu war größer als die bekannten zwölf Männer und umfasste auch Frauen, unter denen Maria offenbar eine besondere Stellung hatte, denn die Listen der Frauen im Neuen Testament werden stets von ihr angeführt. Maria sorgte - wie andere Frauen auch - insbesondere für Jesu Lebensunterhalt (Lukasevangelium 8, 3). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Matthäusevangelium 27, 55 - 56).

Maria war an der Kreuzabnahme Jesu beteiligt und verharrte nach der Grablegung durch Joseph von Arimathaia weinend am Grab (Matthäusevangelium 27, 61; Johannesevangelium 20, 11) - auch dies eine in der Kunst oft wiederholte Darstellung. Sie ging dann am Morgen nach dem Sabbat zusammen mit zwei anderen Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die ersten Zeuginnen des leeren Grabes und der Botschaft des Engels: Erschrecket nicht! Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden (Markusevangelium 16, 6) und erhielten den Auftrag, dieses den sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten (Markusevangelium 16, 7).

Das Johannesevangelium schildert, dass Maria am Ostermorgen allein war, das Grab leer fand und Petrus sowie Johannes darüber berichtete (20, 1 - 10). Dann kehrte sie zum Grab zurück und begegnete dem Auferstandenen (20, 15 - 17): die traurig am Grab Weinende sah einen Mann, vermeintlich den Gärtner; nachdem er sie beim Namen genannt hatte, erkannte sie Jesus als Lebenden, durfte ihn aber nicht anfassen: Berühre mich nicht - noli me tangere - der Auferstandene ist nicht einfach fassbar.


Hl. Matthias, Apostel

 

Von Matthias - das ist die Kurzform des hebräischen Mattathias - gibt es wenig gesicherte Nachrichten; er kam nach der Himmelfahrt Christi durch das Los - auch Joseph Barsabbas stand zur Wahl - als Nachrücker für Judas Iskariot in das Apostelkollegium der Urgemeinde in Jerusalem, (Apg 1,26). Nach unsicheren Berichten bei Eusebius von Cäsarea stammte Matthias aus einer wohlhabenden Familie in Betlehem; er habe Jesus in jungen Jahren kennengelernt und zu den 70 Jüngern gehört, die Jesus zur Verkündigung des Reiches Gottes aussandte (Lk 10,1).

Matthias wirkte nach verschiedenen Legenden in Judäa für den Glauben, wurde wegen seiner Heilungen, Bekehrungen und gelehrten Predigten beim Hohen Rat verklagt, zum Tode verurteilt, gesteinigt und nach römischem Brauch mit dem Beil enthauptet. Anderen Überlieferungen zufolge soll er in Griechenland oder im Kaukasus oder - wie Matthäus - in einem Äthiopien genannten Land am Schwarzen Meer den Glauben verkündet haben und im Jahr 63 zuerst gesteinigt, dann mit dem Beil erschlagen worden sein. Einer Überlieferung zufolge soll ihn nach vorübergehender Blendung und wunderbarer Wiedererlangung des Augenlichts der Apostel Andreas aus den Händen von Menschenfressern gerettet haben, so dass er eines friedlichen Todes starb. Schon im 2. Jahrhundert kursierte eine nur bruchstückhaft erhaltene Evangelienschrift unter seinem Namen.

Matthias' Reliquien sollen in Rom in S. Maria Maggiore bestattet worden, dann in Teilen mit Unterstützung von Helena durch Bischof Agritius nach Trier gebracht worden sein; schriftliche Zeugnisse darüber liegen erst aus dem 9. Jahrhundert vor. Um 1050 wurde die Gebeine in Trier erstmals gefunden und in der St.-Eucharius-Kirche im Altar beigesetzt. Ein Matthias-Kult entfaltete sich in Trier nach der - angeblichen - Wiederauffindung der zeitweise verschollenen Reliquien bei den Abrissarbeiten dieses Vorgängerbaus der heutigen Abteikirche St. Matthias im Jahr 1127; während eines mehrmonatigen Aufenthaltes in Trier weihte Papst Eugen III. 1148 die neue Kirche und anerkannte den Kult, den der Trierer Erzbischof förderte wegen des andauernden Rangstreites mit den Kölner Erzbischöfen: Matthias' Reliquien wurden zum symbolischen Ausdruck der apostolischen Gründung des Erzbistums Trier und unterstrichen dessen Anspruch auf den ersten Rang unter allen deutschen Bistümern und seine Selbstbezeichnung als "zweites Rom".

Matthias' Grab in Trier ist das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen. Teile der Trierer Reliquien kamen der Überlieferung zufolge nach Goslar. Weitere Reliquien liegen in der Kirche S. Giustina in Padua.


Hl. Benedikt von Nursia, Ordensgründer

 

Benedikt wurde mit seiner Zwillingsschwester Scholastika als Sohn einer vornehmen Familie geboren und schon als Jugendlicher mit seiner Amme nach Rom zur Ausbildung geschickt, wo er auch studierte. Entsetzt vom Leben in der Stadt, das von Verfall gekennzeichnet war - der Kaiserhof war bereits nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - umgezogen, kirchlich, politisch, wirtschaftlich, kulturell und auch moralisch lag Rom danieder - schloss Benedikt sich einer asketischen Gemeinschaft in Effide - dem heutigen Affile - in den Sabiner Bergen nahe Rom an, recht bald aber zog er sich in eine unbewohnte Gegend im Aniotal nahe Subiaco zurück. Hier lebte er drei Jahre völlig einsam in einer Höhle, die später "Heilige Grotte" genannt wurde. Täglich ließ ihm der Mönch Romanus aus einem benachbarten Kloster in Vicovaro an einem Seil ein Brot herab, eine Glocke am Seil gab dazu das Zeichen. Auf diese warf der Teufel eines Tages einen Stein, worauf sie zerbrach. Benedikt bestand auch die weiteren Versuchungen und Plagen des Bösen, der ihm als schwarzer Vogel und als schöne Jungfrau erschien, indem er sich in Dornen wälzte.

Benedikts Ruf als Heiliger wuchs, viele Menschen kamen, um ihn zu sehen. Die Mönche von Vicovaro luden ihn ein und wählten ihn zum Abt ihrer Gemeinschaft. Als sich die Mönche nicht mit seinen Regeln einverstanden erklärten, versuchten sie ihn der Überlieferung nach zu vergiften. Doch das Gift entwich demnach als Schlange aus dem Kelch, den sie ihm reichten, und das Gefäß zerbrach, als er das Kreuzzeichen darüber machte.

Benedikt verließ die Gruppe und kehrte als Vorsteher einer Eremitengemeinschaft von Schülern, die sich ihm anschlossen, nach Subiaco zurück. Er führte eine Ordnung nach den Vorschriften von Pachomius ein: in rund einem Dutzend kleiner Klöster lebten je zwölf Mönche - die Monasteri di S. Benedetto und di S. Scholastica gibt es noch heute. Wieder, so berichtet die Überlieferung, sollte er durch vergiftetes Brot beseitigt werden, aber sein Rabe trug es fort. Nach einem Besuch bei seiner Schwester Scholastika schaute er ihren Tod und, wie ihre Seele als Taube gen Himmel fliegt.

Mit einigen der Mönche zog er - der Überlieferung nach im Jahr 529 - fort aus Subiaco und fand auf einem Berg über Casinum, auf dem noch eine heidnische Kultstätte bestand - dem heutigen Montecassino -, neue Unterkunft. Sein Ruf und die Unsicherheit in den Tälern infolge durchziehender Barbarenhorden brachte der Gemeinschaft großen Zulauf. An der Stelle des heidnischen Tempels erbaute er eine Martin geweihte Kirche, auf der Bergspitze ein Johannes geweihtes Oratorium. Er verfasste nun - um 540 - seine berühmte, bis heutige gültige "Regula Benedicti", die grundlegende Regel aller sich von da aus über das ganze Abendland ausbreitenden Klöster des Benediktinerordens mit dem Wahlspruch "Ora et labora", "bete und arbeite". Sie macht auch seine persönlichen Wesenszüge kenntlich: Streben nach Ordnung, Gottes- und Nächstenliebe, Bereitsein zu Nachsicht mit den Schwachen und pastorale Sorge. Der Überlieferung zufolge besuchte ihn 542 oder 546 Gotenkönig Totila, dem er seinen Tod vorausgesagt habe; Totila fiel tatsächlich 552 bei Tagina - dem heutigen Gualdo Tadino. Benedikts Gebet bewirkte, dass Bruder Maurus trockenen Fußes über Wasser gehen konnte, um den ertrinkenden Placidus zu retten.

Benedikts Klosterregel stellt in den Mittelpunkt: das Leben in der Gemeinschaft und körperliche Arbeit. Diese Regel hat das gesamte abendländische Klosterleben organisiert und belebt. Den Mönchen ist jeglicher Besitz untersagt, die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, unnötige Gespräche vermieden. Gebet und Arbeit - "ora et labora", dazu der Gehorsam: das waren und das sind bis heute im von ihm gegründeten Benediktinerorden die tragenden Säulen des Zusammenlebens. Durch die Verbindung von meditativem, kontemplativem Anliegen mit aktiven, produktiven Elementen hat Benedikt eine der abendländischen Mentalität gemäße Form mönchischer Frömmigkeit gefunden.

Benedikts Ordensregeln waren auch eine Antwort auf die sich auflösende spätantike Gesellschaft: in die Unruhe und Auflösungstendenzen jener Zeit brachte er ein Prinzip ein, das dem Zeitgeist widersprach und das gerade deshalb dauerhaft wurde: die Beständigkeit, ein Innehalten in der Zeit der Völkerwanderungen. Dazu kam, dass in den Klöstern alle Menschen aufgenommen wurden und als gleich galten; der Unterschied zwischen "zivilisierten" Römern und "barbarischen" Germanen war aufgehoben. Benedikt war Pragmatiker, aber seine Regel wurde zum Modell einer zukünftigen Gesellschaft: nachdem nicht nur die Römer und Griechen, sondern auch die Germanen getauft waren, sollten die Menschen brüderlich miteinander umgehen und zusammen leben - und das Kloster dafür das Modell sein.

Einen großen Teil seiner Zeit widmete Benedikt den Nöten der einheimischen Bevölkerung, er verteilte Almosen und Nahrung an die Armen. Heilungen und Totenerweckungen werden berichtet. Benedikt starb der Überlieferung nach am Gründonnerstag 547 während eines Gebets am Altar der Kirche im Kloster Montecassino, stehend und mit erhobenen Armen; seine Brüder sahen, wie er von Engeln auf teppichbelegter, lichterfüllter Straße gen Himmel getragen wurde. Nach neuerer Forschung starb er um das Jahr 560.

589 gab es in Rom das erste Benediktinerkloster beim Lateranspalast, 590 wurde mit Gregor dem Großen erstmals ein Benediktiner Papst. Im 6. Jahrhundert missionierten Benediktiner in England, im 7. Jahrhundert kam ihre Klosterregel nach Frankreich. Benedikts Verehrung ist erstmals im 7. Jahrhundert bei Willibrord nachweisbar.

Benedikt wurde auf dem Montecassino bestattet. Aus dem schon von den Langobarden zerstörten Kloster wurden Benedikts Gebeine - angeblich am 11. Juli 673 (oder 703) - in die Benediktinerabtei Fleury - das heutigen St-Benoît-sur-Loire - bei Orléans gebracht, wo sie noch heute verehrt werden; diese alte Tradition dürfte nicht haltbar sein, vieles spricht dafür, dass beim Reliquiendiebstahl nicht die echten Gebeine mitgenommen wurden; der Tag wurde zum Datums des Gedenktages für Benedikt. Reliquien liegen auch in Einsiedeln, Benediktbeuren und Metten in Niederbayern. Benediktbeuren wurde ein wichtiger Wallfahrtsort und ein Zentrum der Verehrung des Ordensgründers.

In Norcia wurde Benedikt ein Santuario errichtet, in der Krypta wird das umgebaute Haus gezeigt, in dem Benedikt der Überlieferung nach geboren wurde. Im Frühjahr 1944 kamen bei Kämpfen zwischen der deutschen Wehrmacht und den auf Rom vorrückenden Alliierten im Lauf von vier Monaten mehr als 70.000 Soldaten ums Leben; nach der dritten Zerstörung des Montecassino durch das Bombardement durch die Alliierten soll 1950 das Doppelgrab von Benedikt und seiner Schwester Scholastika unter dem Hochaltar wieder entdeckt worden sein. Ab 1944 wurde das völlig zerstörte Kloster wieder aufgebaut, nachdem ein Offizier der deutschen Wehrmacht noch vor dem Bombardement Pläne und die wertvollsten Kunstschätze der Abtei in Sicherheit nach Rom in den Vatikan gebracht hatte; bei deren Weihe durch Papst Paul VI. 1964 erhob dieser Benedikt zum Patron Europas.

 

Benedikt wurde mit seiner Zwillingsschwester Scholastika als Sohn einer vornehmen Familie geboren und schon als Knabe mit seiner Amme nach Rom zur Ausbildung geschickt, wo er auch studierte. Aus der an Legenden reichen Lebensbeschreibung von Gregor I. stammt die Erzählung, dass der Amme das Mehlsieb zerbrach, als sie ihm in eine Stätte innerer Besinnung gefolgt war; sein Gebet trug dazu bei, dass sie es wieder zusammensetzen konnte.

Entsetzt vom Leben in der Stadt, das von Verfall gekennzeichnet war - der Kaiserhof war bereits nach Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - umgezogen, kirchlich, politisch, wirtschaftlich, kulturell und auch moralisch lag Rom darnieder - schloss Benedikt sich einer asketischen Gemeinschaft in Effide - dem heutigen Affile - in den Sabiner Bergen nahe Rom an, dann zog er sich in eine unbewohnte Gegend im Aniotal nahe Subiaco zurück. Hier lebte er drei Jahre völlig einsam in einer Höhle, die später Heilige Grotte genannt wurde. Täglich ließ ihm der Mönch Romanus aus einem benachbarten Kloster in Vicovaro an einem Seil ein Brot herab, eine Glocke am Seil gab dazu das Zeichen. Auf diese warf der Teufel eines Tages einen Stein, worauf sie zerbrach. Benedikt bestand auch die weiteren Versuchungen und Plagen des Bösen, der ihm als schwarzer Vogel und als schöne Jungfrau erschien, indem er sich in Dornen wälzte.